Heimat in Fässern

Die WN berichten vom Westfalen Bier!

Hier der ganze Artikel vom 21.9.2012:

Heimat in Fässern : Bernd und Dr. Andreas Klute wollen mit dem Westfalenbier den großen Brauereien den Kampf ansagen

Bernd und Dr. Andreas Klute wollen mit dem Westfalenbier den großen Brauereien den Kampf ansagen

Altenberge/Havixbeck –

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Der Westfale trinkt am liebsten. . .“ Na? Nein, der Wein ist es nicht, er ist das bevorzugte Getränk der Zugezogenen, von den Paohlbürgern auch gern „totröggen Volk“ genannt. Wasser geht bei den hiesigen Ureinwohnern nur im äußersten Notfall durch die Kehle, muss dabei meistens wegen der besseren Bekömmlichkeit mit einem Körnchen verdünnt werden. Ja und Milch, das ist nur was für die kleinen Westfalen, um groß und stark und damit kernige – jetzt sind wir beim Lösungswort – Biertrinker zu werden. Also, Westfalen trinken Bier.

Von Axel Roll

 

Das ist die bislang einzig bekannte Gemeinsamkeit mit den Bayern. Und um Verwechslungen mit dem Volk südlich des Weißwurstäquators von vornherein auszuschließen, haben die „Freunde der Westfälischen Braukunst“, ein eingetragener Verein, der sich um die Bewahrung der alten Traditionen rund ums Bier sorgt, eine einmalige Identifikationsmöglichkeit mit der Region geschaffen. Die macht nicht nur auf den ersten Blick deutlich: Hier sitzt ein Westfale hinterm Glas, nein, sie schmeckt auch noch. Dr. Andreas Klute beschreibt den Gaumenkitzel als „süffig, nicht zu herb“. Für Vater Bernd ist es einfach nur „lecker“. Die beiden klugen Köpfe sind es, die hinter dem „Westfalenbier“ stecken, das seit einigen Wochen aus ausgesuchten Zapfhähnen in der Region sprudelt. Ein Bier nach einer Ortschaft, der Brauerfamilie oder sogar afrikanischen Tieren zu benennen, das hat es alles schon gegeben. Aber nach einer ganzen Region? Die Gamsbartträger werden neidisch nach Norden schauen. Auf die Idee, ein Bayernbier zu kreieren, sind sie noch nicht gekommen. Auch wenn es viele bayerische Biere gibt. Andreas Klute kann gar nicht mehr genau sagen, wann und wo ihn der Geistesblitz für diesen genialen Namen getroffen hat. „Meistens kommen solche Ideen nachts“, schmunzelt der Altenberger. Der Anstoß könnte aber auch bei einem Bierkongress in Düsseldorf gekommen sein, wo Klute als Referent die Globalisierung des Biermarktes beleuchtet hatte. Sein Urteil: „Biermarken sind austauschbar geworden, die Sortenvielfalt verkümmert.“ Das Westfalenbier soll sich diesem Trend mit der Kraft von Hopfen und Malz entgegenstemmen. Die Klutes haben als Motoren der „Freunde der Westfälischen Braukunst“ Erfahrung mit kleinen, aber feinen Bierspezialitäten. Ihre Erstkreation „Klute‘s“ hat sich in der Region genauso einen Namen gemacht wie das Brauhaus Klute zwischen Altenberge und Havixbeck. Um das Heimatgefühl auch authentisch ins Fass zu bekommen, durfte natürlich nur ein Westfale als Braumeister ran. So war es Gerd Siebel aus der Bierregion Sauerland, der der Idee Geschmack gab. Und das gleich in verschiedenen Variationen. Pils, naturtrüb, Urtyp dunkel und Weizen. Zurzeit gibt es Westfalenbier nur in Gaststätten, die „Heimat in Flaschen“ ist aber in Vorbereitung. Selbst die höchste Westfalen-Instanz, die gleichnamige Stiftung, ist sehr angetan von der Namensgebung der Klutes. Darum dürfen sie ab sofort das Westfalenpferd auf Bierdeckeln, Gläsern und Etiketten galoppieren lassen. Ob die kleinen Westfalen gegen die Großen auf dem Biermarkt auf Dauer eine Chance haben? Authentizität, das ist für Marketing-Papst Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert der Schlüssel zum Erfolg. Der Münsteraner ist – natürlich – Biertrinker, kennt die Klutes schon lange und hat für sie schon einmal ein Marketing-Konzept erarbeitet. „Ich sehe eine große Chance in der Regionalisierung“, sagt Prof. Heribert Meffert. Wichtig sei dabei aber, dass das Westfalenbier absolut glaubhaft beim Biertrinker rüberkomme. Und dafür haben Bernd und Andreas Klute jetzt alle Hebel umgelegt.

Regionalität gegen Globalisierung im Biermarkt

Hier ein Sehr interessanter Artikel in der ZEIT.

„Eine Strategie ist es, verstärkt auf Regionalität und die typischen Werte eines mittelständischen Unternehmens zu setzen: Das Vertrauen der Verbraucher, die Loyalität der Mitarbeiter.“

Genau!