Echte Westfalen brauen Bier!

Sa., 12.07.2014

 

Zwei Sudkessel wieder in Betrieb genommen Schwarzbier aus Havixbeck

Die Brauanlage in Havixbeck stammt aus der alten Klosterbrauerei der Karmeliter, in der schon 1352 Bier gebraut wurde. Die beiden Sudkessel wurden jetzt wieder in Betrieb genommen.

Die Brauanlage in Havixbeck stammt aus der alten Klosterbrauerei der Karmeliter, in der schon 1352 Bier gebraut wurde. Die beiden Sudkessel wurden jetzt wieder in Betrieb genommen. Foto: Dieter Klein

Havixbeck – 

Schwarzbier hat man im Westen erstmals kennengelernt als die Mauer fiel. Denn im Osten Deutschlands wurde es damals schon lange gebraut. Und jetzt auch in Havixbeck.

Von Dieter Klein
 

Der Zoll war schon da! Hat alles kontrolliert und grünes Licht für ein schwarzes Bier gegeben. Die Rede ist von Havixbecks historischem Brauhaus, oder wie es auf dem Papier offiziell heißt: „Klutes Landgasthof, Brauerei und Brennerei GmbH“. Schwarzbier hat man im Westen erstmals kennengelernt als die Mauer fiel. Denn im Osten Deutschlands wurde es damals schon lange gebraut. Und jetzt auch in Havixbeck.

Braumeister Gerd Siebel, von Hause aus Bierbrauer im Zisterzienser Kloster Marienstadt, hat dazu vier spezielle rein deutsche Malzsorten – von hell bis dunkel – eingekauft, geschrotet, nach seinen Erfahrungen gemischt und mit Klutes eigenem Brunnenwasser eingemaischt. Dazu gibt der Braumeister die entsprechende Hefe und die notwendige Menge Hopfen aus der Holledau, Deutschlands bekanntestem Hopfenanbaugebiet. Der Sudprozess dauert acht Stunden, danach wird das ganze Gemisch eine Woche in den Gärtanks vergoren. Allerdings untergärig, bei nur 12 Grad. Dann ist das Bier zwar fertig, aber noch lange nicht reif. Dazu wird es bei 0 bis 2 Grad weitere vier bis sechs Wochen in großen Tanks gelagert. Erst dann, wenn auch die gröbsten Hefereste abgetrennt worden sind, darf das naturtrübe Schwarzbier ungefiltert in den Ausschank.

„Das ist unbedingt wichtig“, weiß Bernd Klute, „denn Untersuchungen haben ergeben, dass in dem naturtrüben Bier neben wichtigen Eiweißverbindungen und ein wenig Resthefe nahezu alle Vitamine von B1 bis B16 enthalten sind.“ Einen Namen hat der Chef schon für das neue Bier: „Klutes Kloster Urtyp“. Die ersten 1000 Liter sollen Mitte August verzapft werden. Den Zusatz „Kloster“ nimmt das Brauhaus Klute als Erinnerung an die berühmte Karmeliter Brauerei aus Neustadt an der Saale mit in den Namen, denn aus dieser alten Klosterbrauerei, in der schon 1352 Bier gebraut wurde, stammen die beiden Sudkessel, die in Havixbeck wieder in Betrieb genommen wurden.

Das inzwischen weit über die Grenzen des Münsterlandes bekannte „Westfalenbier“ wird in Lizenz in einem Gießener Brauhaus gebraut. „Wir hatten in Havixbeck keine Abfüllanlage für Flaschen mit Kronkorken“, so Bernd Kute. Havixbeck darf sich nun zweier bekannter eigener Biere rühmen.

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